Yoga und Ayurveda - eine perfekte Ergänzung

Yoga und Ayurveda haben das gemeinsame Ziel, inneres Gleichgewicht und Vitalität zu fördern. Beide sind Jahrtausende alte Wissenschaften mit vedischen Wurzeln, die sich wunderbar ergänzen. Der Schwerpunkt des Ayurveda ist die Balance auf der körperlichen Ebene mit gesunder Ernährung, Pflanzenheilkunde, Ayurveda Massage und Entgiftung sowie einer natürlichen Lebensweise. Yoga sorgt für die Balance auf der geistig emotionalen Ebene durch Körper- und Atemübungen, Entspannung und Meditation sowie einer friedvollen Beziehung zu sich selbst und anderen. Auch wenn im Yoga der Körper als Werkzeug eingesetzt wird, dienen die Übungen dazu, um körperliche, mentale und emotionale Spannungen zu lösen. Reine naturbelassene (sattvische) Ernährung ist in beiden Lehren für ein Gleichgewicht wesentlich: sie wirkt energetisierend und ausgleichend.  In der Ayurveda Medizin ist die Ernährung eine Form der Therapie. 

 

Prana spielt dabei im Ayurveda und im Yoga eine wichtige Rolle: Prana kreist durch die Energiekanäle des Körpers (Nadis). Sind diese durch Stress und ungesunde Ernährung blockiert, kann die Energie nicht mehr richtig fliessen, was sich in Anspannung und diversen Symptomen zeigt. Durch die Asana- und Pranayama Praxis reinigen wir die Energiekanäle, versorgen den Organismus mit Prana und lösen Spannungen und Blockaden auf. Der Atem ist mit allen Vorgängen der menschlichen Erfahrung verbunden und der vitalste Körperprozess, er beeinflusst die Aktivität jeder Zelle.

 

Mit jeder Mahlzeit soll dem Organismus möglichst viel Prana zugeführt und Vitalenergie (Ojas) gebildet werden. Naturbelassene Lebensmittel von guter Qualität, die frisch gekocht und verzehrt werden enthalten viel Prana. Umso weniger Energie für den Verdauungsvorgang verbraucht wird, umso mehr steht uns zur Verfügung, umso leichter und ausgeglichener fühlen wir uns.  

Prinzipien des Ayurveda verstehen - 5 Elemente, die Doshas und Agni

Ayurveda ist die Wissenschaft vom Leben und die Lehre von den 5 Elementen. Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther zeigen sich in allen Phänomenen der Natur und in jedem Menschen als Abbild der Natur. Die 5 Bausteine des Lebens enthalten die gesamte Intelligenz der Natur. Sie manifestieren sich in 3 dynamischen Prinzipien (Doshas): das Vata Dosha ermöglicht Bewegung (ein kinetisches Prinzip), das Pitta Dosha erzeugt Wärme, steht für Umwandlung und steuert den Stoffwechsel (ein thermisches Prinzip) und das Kapha Dosha sorgt für Stabilität, Struktur,  Ausdauer und Form (ein Hydroprinzip). Jeder Mensch vereint alle Elemente in sich, doch meistens dominieren ein oder zwei Elemente. Diese individuelle Ausprägung bestimmt seine Dosha Konstitution, den Stoffwechsel, das Temperament, sein ganzes Wesen. Doshas reagieren hochsensibel auf äussere Faktoren wie Sinneseindrücke, Klima und Nahrung. Ayurveda versteht Gesundheit als harmonisches Gleichgewicht dieser Kräfte

 

Agni, dem inneren Verdauungsfeuer zur Umwandlung der Nahrung in gesundes Körpergewebe und Energie, kommt im Ayurveda eine zentrale Bedeutung zu. Die optimale Ernährung zielt darauf ab jene Lebensmittel zu verwenden, die der Stärke unseres Agni und unserer Konstitution entsprechen. Ob ein Nahrungsmittel gesundheitsfördernd ist, hängt entscheidend davon ab, wie man es verdauen kann. Wichtig bei der Auswahl der Lebensmittel sind u.a.:

  • die Geschmacksrichtung (Rasa): süß, sauer, herb, scharf, salzig und bitter
  • die Eigenschaften der Nahrung (Guna): schwer, leicht, trocken, ölig , heiß, kalt
  • die Heilkraft der Kräuter und Gewürze
  • die optimale Kombination der Lebensmittel
  • die Qualität und Herkunft
  • die richtige Menge
  • der Tageszeit und der Jahreszeit entsprechend
  • persönliche Vorlieben und Abneigungen

Tabu sind industriell verarbeitete Nahrungsmittel, jede Fertignahrung, aufgewärmtes Essen, Tiefkühlkost, Essen aus der Mikrowelle und Junk Food, da Prana hier stark reduziert oder zerstört wird.

Ayurvedisch kochen und essen - make it easy

 

Ayurveda folgt keinen Ernährungstrends. Das uralte Wissen vom gesunden Leben ist zeitlos und überall gültig, wo Leben ist. Die ayurvedische Kochkunst ist mehr als 5000 Jahre alt. Es ist keine Diät und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen der Lebensmittelkonzerne. Es gibt keine Pauschalurteile, daß bestimmte Lebensmittelgruppen für jeden Menschen gut oder schlecht sind. Es wird immer verwirrender, sich aus dem Überangebot durch industrielle Verarbeitung, Massenproduktion und sich permanent ändernder Ernährungsstudien gut zu ernähren. In der Ayurveda Ernährung ist eine Ausgewogenheit, das Wissen um die eigene Konstitution und die emotionale Einstellung zum Essen wichtig, um im Gleichgewicht zu sein. Und mit etwas Know-How und den richtigen Gewürzen können auch Ungeübte lernen, ohne grossen Zeitaufwand gesunde Köstlichkeiten zuzubereiten.   

 

 Iss echte Lebensmittel. Nicht zu viel. 

Und vorwiegend Pflanzen. 

(aus Büchern von Michael Pollan)

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Andrea Lengyel